4

Selbstständigkeit aus Erwerbsminderungrente und SGB XII / SGB II

-

Hallo,

Ich möchte mich selbstständig machen. Meine derzeitige Erwerbsminderungsrente endet nächstes Frühjahr. Dass ich aus gesundheitlichen Gründen noch einmal die Erwerbsminderungsrente auf Zeit verlängern muss steht außer Frage. Die Frage, die sich mir allerdings stellt ist: Beabsichtige ich einen Antrag auf Volle oder auf Teil-Erwerbsminderung.
Die maximale Belastbarkeit mit einer Erwerbstätigkeit wird etwa 3h pro Tag sein, so dass aus medizinischen Gründen sowohl volle als auch Teil-Erwerbsminderungsrente beantragt werden kann. Meine Rente fällt so gering aus (ca. 200 Euro pro Monat), dass sie aufgestockt wird. Je nach Art der Erwerbsunfähigkeit ist da dann das JobCenter (Alg 2 / Hartz IV/ SGB II) oder das Sozialamt (Grundsicherung, SGB XII) zuständig. Beide Ämter stocken die Rente auf Hartz IV auf. Die Höhe der monatlichen Zuwendung ist daher gleich, solange ich selbst nichts hinzuverdiene.
Die entscheidende Frage ist: Wie sieht das aus, wenn ich mich selbständig mache? Wo bin ich da besser dran: beim JobCenter oder beim Sozialamt?

Tätigkeiten in der angestrebten der Selbständigkeit
• professionelle Fotografie
• Nachhilfe Unterreicht erteilen
• Einkünfte aus journalistischer Tätigkeit (Fachartikel, Blog mit Affiliate Marketing, u.ä)
Fragen

1) Mein Sachbearbeiter beim Sozialamt sagt, dass sich der Empfang von Sozialhilfe und einer ArbeitNEHMERtätigkeit in geringer Höhe vertragen würde. Sobald ich aber selbständig bin, bin ich aus dem Empfang von Grundsicherung raus. Stimmt das? Oder kann ich Ausgaben und Einnahmen auch als Empfänger von Grundsicherung geltend machen?

2) Wie sehen die Möglichkeiten, Unterstützung beim Einstieg in eine Selbständigkeit zu bekommen bei Alg II und Grundsicherung aus? Im ersten Jahr werde ich viel Ausgaben und wenn ich Glück habe sind die Einnahmen ein weinig drüber, aber ich werde nicht den großen Reibach machen und ne Menge kosten am Bein haben: wie z.B. Kosten für einmalige Anschaffungen sowie permanente Kosten haben wie z.B. einen neuen Rechner und Software, Homepage und Mobilität, Versicherungen, und wohl auch Kosten für Fachberatung im Rahmen der Existenzgründung. Wie sieht es aus mit Unterstützung dafür als
a) Empfänger von SGB XII und
b) Empfänger von SGB II?
gibt es da gesetzliche Regelungen, die z.B. mit Extra-Zahlungen oder zinsgünstigen Krediten beim Start in die Selbständigkeit unterstützen?

3) Wie werden Umsatz bzw. Gewinn angerechnet? Wird mir ab dem ersten Euro Umsatz bzw. Gewinn die Zuwendung gekürzt, oder gibt es da Freibeträge bei
a) SGB XII
b) SGB II?

4) Mein Arzt sowie mein Berater eines Sozialverbandes empfehlen mir beide, noch einmal die VOLLE Erwerbsminderung zu beantragen. Aber ich habe das Gefühl, es würde mir nicht gut tun, noch mals weitere 2-3 Jahre völlig „abgestellt“ zu sein und gar nix beruflich machen zu können. Ich glaube es ist meiner Genesung förderlich, ein wenig wieder erwerbstätig zu sein, auch wenn es noch Jahre dauern kann, bis die Gesundheit eine volle Erwerbstätigkeit erlaubt. Aber es geht ja um einen Anfang. Und der darf auch langsam sein und in kleinen Schritten erfolgen. Ich vermute, beide mein Arzt und mein Berater des Sozialverbandes haben bei ihrer Empfehlung an mich Fälle im Kopf wo die Rente so hoch ist, dass sie eben nicht aufgestockt werden muss. Eine TEILWEISE Erwerbsminderung würde dann die Zahlung durch den Rentenversicherer um 50% mindern.. Soweit ich die Sachlage verstehe, ist es aber in meinem Fall scheißegal ob ich 200 oder 100 Euro vom Rentenversicherer bekomme, da sie sowieso auf Hartz IV Niveau aufgestockt wird. Die Frage scheint mir lediglich darauf hinauszulaufen, in wessen Zuständigkeit ich falle (JobCenter oder Sozialamt) und welche Zuständigkeit für mich beim Start in eine Selbstständigkeit besser ist. BITTE um RÜCKMELDUNG: sehe ich das korrekt oder übersehe ich da was und mein Arzt und Sozialberater habe Recht?

Freue mich auf eure Antworten.
Vielen Dank!
Tim

13

Selbständigkeit in SGB XII – Beratungsstellen? Ansprechpartner?

-

Hallo!

Ich erhalte Leistungen nach SGB XII, weil ich aufgrund psychischer Behinderung keiner „normalen“ Erwerbstätigkeit nachgehen kann.

Jetzt möchte ich mich (erstmal niederschwellig) selbständig machen, was an sich auch kein Problem zu sein scheint.
Allerdings erhalte ich vom Amt keine genaueren Informationen über Einnahmenabrechnung, außer „Gehen Sie zum Steuerberater und lassen Sie sich da helfen!“
Das ist natürlich ganz toll, so ohne Geld für einen Steuerberater ;)
Außerdem… ist es Steuerrecht, wenn ich wissen will, wie ich gewerbliche Einnahmen mit SGB XII verrechnen soll?

Jedenfalls habe ich einige Fragen und bräuchte Antworten und Beratung dazu.
Falls jemand etwas weiß oder jemanden kennt: Bitte melden :)

Konkretere Fragen:
Mir wurde gesagt ich müsse monatlich mit dem Sozialamt abrechnen und dürfe 30% meiner Einnahmen behalten.
– Was zählt hier als „Einnahme“?
– Welche Kosten darf ich in welcher Höhe von den Einnahmen abziehen?
-Und darf ich (für Weiterbildung, Führerschein, größere Ausgaben für die „Firma“) etwas ansparen?

Links zu entsprechenden Abschnitten im SGB oder sonstwo sind auch willkommen.

Außerdem Erfahrungsberichte, falls sich jemand anders auch unter SGB XII selbständig gemacht hat.

Vielen lieben Dank :)